Pflegedienst München Kurzzeitpflege

Wenn alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen, stellt sich für viele Betroffene und Angehörige irgendwann die Frage: Ist es Zeit, einen Pflegegrad zu beantragen?

Ein anerkannter Pflegegrad kann den Zugang zu verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung ermöglichen und dazu beitragen, die Versorgung zu Hause besser zu organisieren. Gerade wenn die Pflegebedürftigkeit schrittweise entsteht, ist jedoch oft unklar, wann und wie ein Antrag gestellt werden sollte.

In diesem Beitrag erklären wir, wie Sie einen Pflegegrad in München beantragen, wie die Begutachtung abläuft und wie Sie sich darauf vorbereiten können.

Wann sollte ein Pflegegrad beantragt werden?

Ein Pflegegrad kann sinnvoll sein, wenn die Selbstständigkeit eines Menschen dauerhaft eingeschränkt ist und regelmäßig Unterstützung benötigt wird.

Erste Anzeichen können beispielsweise sein:

  • Körperpflege oder Duschen sind alleine nicht mehr sicher möglich
  • An- und Ausziehen fällt zunehmend schwer
  • Treppen oder längere Wege werden zum Problem
  • Medikamente werden vergessen
  • Mahlzeiten können nicht mehr selbstständig vorbereitet werden
  • Orientierung und Tagesstruktur fallen schwer
  • Angehörige müssen regelmäßig bei alltäglichen Tätigkeiten helfen

 

Dabei geht es nicht ausschließlich darum, welche Erkrankung vorliegt. Entscheidend ist insbesondere, wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag noch bewältigen kann.

Schritt 1: Antrag bei der Pflegekasse stellen

Der Antrag auf Pflegeleistungen wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt. Die Pflegekasse ist in der Regel bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt.

Ein erster Antrag kann grundsätzlich auch formlos beziehungsweise telefonisch angestoßen werden.

Wichtig ist vor allem, nicht unnötig lange zu warten, wenn bereits ein regelmäßiger Unterstützungsbedarf besteht.

Auch Angehörige oder andere Vertrauenspersonen können mit entsprechender Vollmacht bei der Antragstellung unterstützen.

Schritt 2: Auf die Begutachtung vorbereiten

Mobilität

Kann die Person selbstständig aufstehen, ihre Position verändern, sich innerhalb der Wohnung bewegen oder Treppen steigen?

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Kann sie sich zeitlich und räumlich orientieren, Entscheidungen treffen und Gesprächen folgen?

Verhalten und psychische Problemlagen

Bestehen beispielsweise starke Unruhe, Ängste oder andere Verhaltensweisen, die regelmäßige Unterstützung notwendig machen?

Selbstversorgung

Hierzu gehören unter anderem Körperpflege, Duschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengänge.

Umgang mit gesundheitlichen Anforderungen

Kann die Person beispielsweise Medikamente, Arzttermine oder andere therapeutische Maßnahmen selbstständig organisieren?

Gestaltung des Alltags

Kann der Tagesablauf eigenständig gestaltet werden? Sind soziale Kontakte und alltägliche Aktivitäten ohne Unterstützung möglich?

Pflegetagebuch führen

Eine gute Vorbereitung kann dabei helfen, die tatsächliche Alltagssituation möglichst realistisch darzustellen.

Notieren Sie beispielsweise über einige Tage:

  • wobei Hilfe benötigt wird
  • wie häufig Unterstützung notwendig ist
  • welche Tätigkeiten besonders schwerfallen
  • welche Aufgaben Angehörige übernehmen
  • ob nachts Unterstützung erforderlich ist
  • welche gesundheitlichen oder kognitiven Einschränkungen den Alltag beeinflussen

Im Alltag gewöhnt man sich schnell daran, bestimmte Aufgaben für einen Angehörigen zu übernehmen. Dadurch wird häufig unterschätzt, wie umfangreich die Unterstützung tatsächlich geworden ist.

Wichtige Unterlagen bereithalten

Für die Begutachtung können vorhandene Unterlagen hilfreich sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • aktuelle Medikamentenpläne
  • relevante Arztberichte
  • Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus
  • Informationen zu Hilfsmitteln
  • Dokumentationen vorhandener Unterstützungsleistungen

Es ist außerdem sinnvoll, wenn eine Person anwesend ist, die den Alltag und den tatsächlichen Unterstützungsbedarf gut kennt.

Den Alltag realistisch beschreiben

Bei der Begutachtung geht es nicht darum, einen besonders guten Eindruck zu hinterlassen.

Gerade ältere Menschen sagen häufig aus Gewohnheit:

„Das schaffe ich schon.“

In der Realität funktioniert eine Tätigkeit möglicherweise nur langsam, unter Schmerzen, mit großer Unsicherheit oder mit Unterstützung durch Angehörige.

Deshalb sollte die tatsächliche Situation offen beschrieben werden.

Die zentrale Frage lautet nicht nur: Kann eine Tätigkeit irgendwie durchgeführt werden?

Wichtiger ist: Wie selbstständig und sicher kann sie durchgeführt werden?

Wie lange dauert die Entscheidung?

Die konkrete Behandlungspflege richtet sich immer nach der ärztlichen Anordnung.

Für Pflegekassen gelten gesetzliche Bearbeitungsfristen. Für reguläre Anträge ist grundsätzlich eine Entscheidung innerhalb von 25 Arbeitstagen vorgesehen.

In bestimmten Situationen, beispielsweise wenn während eines Krankenhausaufenthalts schnell eine weitere Versorgung organisiert werden muss, gelten kürzere Fristen.

Was passiert nach der Einstufung?

Nach der Begutachtung erhalten Versicherte einen Bescheid der Pflegekasse.

Je nach festgestelltem Pflegegrad können anschließend unterschiedliche Leistungen der Pflegeversicherung genutzt werden.

Welche Unterstützung im konkreten Fall sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab:

  • wie hoch der Pflegebedarf ist
  • ob Angehörige einen Teil der Pflege übernehmen
  • ob professionelle Pflege benötigt wird
  • welche Aufgaben im Alltag nicht mehr selbstständig möglich sind

Häusliche Pflege muss dabei nicht ausschließlich durch Angehörige oder ausschließlich durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgen. Häufig ist eine individuell abgestimmte Kombination sinnvoll.

Unterstützung beim Pflegegrad in München

Ein Pflegeantrag kann besonders am Anfang kompliziert wirken. Gleichzeitig müssen Angehörige häufig bereits die Versorgung organisieren, Arzttermine koordinieren und zahlreiche Entscheidungen treffen.

Der Pflegedienst Neugebauer in München unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dabei, den individuellen Pflegebedarf besser einzuschätzen und eine passende Versorgung zu Hause zu organisieren.

Wir beraten Sie persönlich zu den Möglichkeiten der ambulanten Pflege und unterstützen Sie auf Wunsch auch bei Fragen rund um Pflegegrad, Pflegekasse und notwendige Anträge.

Sie benötigen Unterstützung zu Hause?

Wenn Sie für sich selbst, einen Elternteil oder einen anderen Angehörigen Unterstützung benötigen, sprechen Sie mit uns.

Das Team des Pflegedienstes Neugebauer berät Sie persönlich und unverbindlich zu Ihrer Pflegesituation und den nächsten möglichen Schritten.

Telefon: 089 / 451 51 550

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